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Förderverein Städtepartnerschaft Wilster/Nowy-Staw

 

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Erklärung zum Verständnis:

Seit 1999 hat Wilster eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Nowy Staw (früher: Neuteich). Die Stadt liegt im Weichsel-Nogat-Delta etwa 45 km südöstlich von Danzig und 12 km nördlich von Marienburg. Der Begründung der Partnerschaft ging ein einstimmiger Ratsbeschluss voraus.

Es wurde vorher ein Förderverein gegründet, der als gemeinnützig anerkannt ist. Der Förderverein hat als Hauptziel die Verständigung der Völker. Er soll insbesondere den Stadtsäckel entlasten und Mittel einbringen, um z.B. in Neuteich die Jugendarbeit, die Schulen und Hilfsbedürftige zu unterstützen. Vorsitzender des Vereins ist Helmut Jacobs. Stellvertreter ist Gustav Hintz, der auch als Dolmetscher für den Verein und für die Stadt Wilster zuständig ist. Weitere Vorstandsmitglieder waren beim Beginn Renate Hilgers, Eike Starck, Horst Michelchen, Marja Schulz und Heinz Stäss. Die Städtepartnerschaft kam zustande, weil die Stadt Wilster eine langjährige Patenschaft zum Heimatbund der Neuteicher pflegte. Ehemalige Neuteicher aus der gesamten Bundesrepublik treffen sich regelmäßig in Wilster. Es gibt eine Heimatstube im Alten Rathaus, einen Gedenkstein und einen Neuteicher Weg. Neuteich hat sehr viel Ähnlichkeit mit Wilster.

Die Einwohnerzahl der eigentlichen Stadt Nowy Staw beträgt 4200. Da aber die Landgemeinden alle zur Stadt gehören und von dieser verwaltet werden, sind es 8400 Einwohner. Die Städtepartnerschaft wird durch gegenseitige Besuche gepflegt. Die Stadt und der Verein haben viel für die polnische Stadt getan

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A. Schütz

 

Berichte des Vorsitzenden Helmut Jacobs

  und andere Beiträge:

 

Wilsteraner in der Partnerstadt Nowy Staw           

Ein Bericht von Helmut Jacobs  - Oktober 2016

 

Kürzlich führte der „Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen den Städten Wilster und Nowy Staw“ eine Reise nach Polen durch. Hauptziel war Wilsters Partnerstadt Nowy Staw.

Die Fahrt mit einem Bus der Firma Numssen fand unter der Leitung des Vorsitzenden und stellvertretenden Bürgermeisters Helmut Jacobs statt. Gustav Hintz übernahm das Dolmetschen. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehörten fast der gesamte Vorstand des Fördervereins, die Ratsmitglieder Maren Hayenga und Eike Starck, fünf ehemalige Neuteicher und einige Interessierte. Man  wohnte in einem neu erbauten Hotel in der Nähe von Nowy Staw.

Am Abend der Anreise wurden die Wilsteraner im Hotel vom Bürgermeister der Partnerstadt Jerzey Szalach und vom Direktor des Kulturhauses herzlich empfangen. 

Am nächsten Tag wurden die Besucher durch die Stadt, durch die Schulen und durch den Kindergarten geführt. Die Kinder überraschten die Besucher in einer Sporthalle mit einigen Tänzen.

 Die offizielle Begrüßung in Anwesenheit einiger Stadtvertreter fand in der früheren evangelischen Kirche, das Wahrzeichen der Stadt, statt.  Der Bürgermeister überreichte allen Gästen aus Wilster Tragetaschen mit Büchern über die Stadt und kleinen Präsenten.  Das Kirchengebäude, das vor einigen Jahren mit Mitteln des Wilsteraner Fördervereins zunächst vor dem Verfall gerettet worden war, wurde vor vier Jahren für 1,2 Mio. Euro zu einem Kulturzentrum umgebaut. 

 Am Abend fand ein zünftiges Grillen im Hotel statt. Die gesamte Stadtvertretung, Verwaltungsmitglieder, die Schulleiter, die Leiterin des Kindergartens, der Feuerwehrhauptmann und mehrere Vereinsvorsitzende waren dabei. Es gab verschiedene Grillspezialitäten, polnische Gerichte wie z.B. Bigoss und zum Trinken Bier vom Fass, Orangensaft und Wodka.

 Helmut Jacobs überbrachte als stellv. Bürgermeister die Grüße der Stadt Wilster und übergab eine Wilsterfahne.  Diese ließ der Bürgermeister noch am gleichen Abend auf dem Marktplatz aufhängen. Einige Gastgeber erhielten Tragetaschen mit Wilstermaschkäse, Wilsteraner Kümmel und Handtüchern, die von Marja Schulz mit beiden Städtenamen bestickt worden waren. Außerdem übergab Helmut Jacobs dem Schulleiter des Gymnasiums, der Leiterin des Kindergartens und dem Direktor des Kulturhauses Geldbeträge vom Förderverein für einige Projekte.

 Nach dem gemeinsamen Essen wurden Lieder gesungen. Die Polen und Deutschen versuchten sich mit ihren Liedbeiträgen gegenseitig zu übertrumpfen. Es zeigte sich bei diesem gemeinsamen Singen, dass die unterschiedliche Sprache kein Hemmnis ist, um zusammen Spaß und Freude zu haben. Bei den vielen Gesprächen dolmetschte auch eine Lehrerin, die dort Deutsch unterrichtet.  Gustav Hintz sorgte mit seinem Saxophon für musikalische Begleitung und es wurde fleißig getanzt. Alle waren sich einig, dass der tolle Abend ein Beweis dafür ist, dass Polen und Deutsche immer mehr zusammenwachsen.

 Am Tag darauf besichtigte die Reisegruppe Danzig. Die im Krieg völlig zerstörte Stadt ist hervorragend wieder aufgebaut worden. Man besichtigte einige Kirchen, das Krantor und insbesondere die Marien-Gasse.

Am Nachmittag fuhr die Gruppe mit einem Schiff nach Zoppot. Dort befindet sich eine der längsten Seebrücken. Der Abend klang mit einem Abendessen und gemütlichem Beisammensein im einzigen Restaurant von Nowy Staw aus. Am Tag darauf fuhr die Gruppe nach Marienburg und nach Paslek, Itzehoes Partnerstadt. Der Höhepunkt des Tages war eine vierstündige Schifffahrt auf dem Oberländer Kanal. Die Fahrt führte durch ein Naturparadies mit vielen Biotopen, Wiesen und Feldern nach Elbing. Die Gruppe erlebte eine mechanische Meisterleistung, weil das Schiff über sogenannte Rollberge auf Schienen über das Land gezogen wurde.

Am Abend überraschte die Stadt Nowy Staw die Wilsteraner Gruppe mit einem Abschieds-Konzert in der ehemaligen evangelischen Kirche. Mittelpunkt war das Blasorchester der Stadt. Der Dirigent, der mehrere Male während seiner Wilsterbesuche bei Otto Andresen gewohnt hatte, gab Otto mehrere Gelegenheiten zum Mitsingen vor dem Publikum.  Auch Gustav Hintz wurde mit seinem Saxophon einbezogen. Er gab auch einige Soloeinlagen. Außerdem trugen mehrere Kinder- und Jugendgruppen mit Liedern und Tänzen zu einem gelungenen Abend bei. 

Es war insgesamt eine Reise, die allen viele gute Eindrücke bescherte.

Auf dem Foto die Gruppe vor der ehem. evangelischen Kirche

 

Aufnahme: Helmut Jacobs

Wilsters Partnerstadt Neuteich hat ein neues Kulturzentrum

Die ehemalige evangelische Kirche mit ihrem Kirchturm – dem Bleistift - in Wilsters Partnerstadt Nowy Staw (Neuteich) ist heute noch das Wahrzeichen der Stadt, obwohl das Gebäude als Kirche nach dem Krieg nicht mehr genutzt worden ist. Das Gebäude war im Besitz der katholischen Kirche. Diese ließ niemals Reparaturen durchführen, weil sie kein Interesse daran hatte. Das Gebäude verfiel. Viele Fensterscheiben waren zertrümmert, es gab keine Dachrinnen, das Dach drohte bereits einzustürzen und es regnete überall durch. Der Wilsteraner Förderverein zur Belebung der Städtepartnerschaft hat gemeinsam mit ehemaligen Neuteichern  dafür gesorgt, dass das Gebäude vor dem Verfall geschützt werden konnte. Der Verein hatte Geld gesammelt. Seit 2005 hat Gustav Hintz die Vertreter der katholischen Kirche immer wieder gedrängt, die Sanierung des Gebäudes mit Wilsters Hilfe in Angriff zu nehmen.  Erst als das Dach über der Sakristei eingestürzt war, wurde man 2008 aktiv. Mit dem Geld aus Wilster erneuerte man das Dach der Sakristei und ersetzte fehlende Dachpfannen auf dem gesamten Dach. Man installierte  Dachrinnen mit Fallrohren und sorgte für Abflüsse des Wassers außerhalb der Kirchenmauern. Man ersetzte rund 200 Fensterscheiben und tauschte einige Dachstuhlbalken aus. Zwei Jahre später übergab die katholische Kirche das Gebäude an die Stadt. Diese bemühte sich um Fördermittel aus dem EU-Topf. Da die Stadt ein gutes Konzept für ein Kulturzentrum vorweisen konnte, erhielt sie 2010 EU-Mittelzusagen. Inzwischen ist das Gebäude für 1,2 Mio. Euro völlig erneuert und zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum umgebaut worden. Die Stadt hatte einen Eigenanteil von 20 % aufzubringen. Die Folgekosten möchte man mit Einnahmen aus einem Windpark, der zurzeit auf Gemeindeflächen der Stadt entsteht, finanzieren.

Zur kürzlichen Einweihung des neuen und alten Wahrzeichens der Stadt waren auch Vertreter der Stadt Wilster eingeladen. Helmut Jacobs als stellvertretender Bürgermeister, Gustav Hintz als Dolmetscher und Ratsherr Holger Stamm sind auf eigene Kosten nach Nowy Staw gefahren und haben dort drei Tage im Gemeinschaftshaus übernachtet.

Für die Einweihung des Kulturzentrums wurde ein ganzer Tag benötigt. Es waren über hundert Gäste aus Wirtschaft und Politik der Einladung gefolgt. An der Spitze der Gäste waren der Marschall der Wojwodschaft Pommern Mieczyslaw Struk und der Vorsitzende des Tiegenhofer Kreistages Zbigniew Ptak. Als einer von sechs Rednern erinnerte Helmut Jacobs an die Gründung der Städtepartnerschaft und an zahlreiche Begegnungen. Er beglückwünschte die Stadt zu ihrem glanzvollen neuen Aushängeschild. Als Geschenk der Stadt Wilster überreichte er ein von Karl-Heinz Plehn gemaltes Bild der Wilsteraner Sonninkirche, die genau wie der Bleistift in Nowy Staw Mittelpunkt der Stadt Wilster ist. Im Anschluss an die Feierstunde gab es einen Imbiss im Gemeinschaftshaus. Die Wilsteraner hatten Gelegenheit mit den Stadtvertretern und anderen Gästen zu sprechen. Damit Gustav Hintz als Dolmetscher nicht überfordert wurde, hatte der Bürgermeister Jerzy Szalach die Deutschlehrerin der Grundschule als Übersetzerin dazu geladen.

Einen weiteren Besuchstag in Polen nutzten die Wilsteraner, um sich die Gegend anzuschauen. Sie waren in Itzehoes Partnerstadt Paslek (Preussisch Holland), Frombork (Frauenburg),  Elblag (Elbing) und in Brokdorfs Partnerstadt Mlynary (Mühlhausen). Für Danzig und Marienburg reichte die Zeit nicht.

Helmut Jacobs