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Vor 100 Jahren
Aus der Chronik der Katholischen Stadtschule

Chronik
der
Stadtschule
zu
Neuteich

Anmerkung: 

Eintragungen in kursiv sind hinzugefügt worden. Alles andere sind wörtliche Abschriften.

 Die „Schulchronik der Schule von Neuteich beginnt am 1. April 1898 mit dem katholischen Teil.
Dann folgt der evangelische Teil ab 1907. (= Teil 2)
Und ab 1938 wurden beide Konfessionsschulen zusammen gelegt. Das ist der 3. Teil, der bis Juli 1944 -kurz vor Kriegsende- geführt wurde.
Ab 1945 wurde die Schulchronik von den Polen in der bisherigen Form weitergeführt. (Abschrift der Übersetzung bis ca. Schuljahr 1945/46 und 1946/47 = Teil 4)

Die Schulchronik wurde grundsätzlich handschriftlich und über viele Jahre in Sütterlin geschrieben

Die Schulchronik Neuteich wurde in zwei Büchern im Journal-Format (zwischen DIN A 4 und A3) geführt.
Im September 1995 haben Adolf Schütz und Klaus Dirschauer eine komplette Kopie auf Format DIN A 4 verkleinert dankenswerterweise vom Bürgermeister und der Schulverwaltung von Nowy Staw (der polnischen Nachfolgestadt von Neuteich) erhalten.

 Mit dieser Abschrift soll dieses einmalige Dokument der Stadtgeschichte von Neuteich erhalten werden, das Archiv des Städtchens Neuteich ergänzen  und Auswertungen der verschiedensten zeitlichen und inhaltlichen Themata ermöglichen.

 K.D. 07.96


            Schuljahr 1908/ 09

Das neue Schuljahr begann am 1. April.

An diesem Tage wurden 41 Schüler neu aufgenommen und zwar 32 aus Neuteich, 3 aus Eichwalde und 6 aus Neuteichsdorf.
Am 15. Mai betrug die Schülerzahl 256; sie verteilte sich wie folgt:

Klasse

Knaben

Mädchen

Summe

I

21

29

50

II

19

30

49

III

27

27

54

IV

23

23

46

V

31

26

57

Summe

121

135

256

Die Osterferien dauerten vom 11. - 22. April.

Mit Beginn des neuen Schuljahres forderte die Königl. Regierung auch von unserer Schule die Einführung des Mädchenturnens.

 Wegen der noch immer dauernden Vakanz wurde der Beginn dieses Unterrichts bis zur Anstellung eines neuen Lehrers verschoben.

Die Pfingstferien dauerten vom 6. - 12. Juni.

Am 23. Mai fand die Wiederimpfung der Schüler durch Herrn Dr. Pichler statt.

Den 3. Juni war schulfrei, denn an diesem Tage wurden die Wahlmänner zur Wahl eines Abgeordneten gewählt.

Die Lokalkonferenzen wurden den 8. Juli und am 14. September abgehalten. In der ersten behandelte Hauptleherer Elvers mit den Schülern der I. Kl. die Bibl. Geschichte:Die Teuerungen, in der zweiten Kollege Koehler mit den Schülern der IV Klasse das Lesestück: Der Kuhhirt.

Auch die diesjährige Kreislehrerkonferenz wurde in unserer Schule abgehalten und zwar am 22. Juli unter Vorsitz des Herrn Dekan Tietz. Die Lektion über „Die Trichine“ hielt Kollege Woelk = Ladekopp und Vortrag über „Die Beschränkung des Unterrichtsstoffes auf Grund des ministeriellen Erlasses“ Kollege Wronski = Tiegenhagen u. Wegner = Tiegenhof.

Die Augenuntersuchungen der Schüler auf Granulose nahm Herr Dr. Fick am 6. Mai und 18. September vor.

Am 20. Juni, 18. Juli und 20. Juli mußten Hitzeferien gegeben werden. Die vakante 5. Lehrerstelle 17  wurde am 16. Juli mit dem Herrn Lehrer Groth aus Tillitz, Kreis Löbau besetzt. Kollege Groth ist geboren am 7. April 1874 zu Prangenau, Kr. Carthaus, besuchte die Präperanden zu Dt. Krone und das Seminar zu Berent, bestand die I. Lehrerprüfung zu Berent am 2. Mai 1894 und die II. Lehrerprüfung zu Tuchel am 13. November 1897. Seine erste Anstellung erhielt er zu Mroczenko, Kr. Löbau, welche Stelle er am 1. April 1899 mit Tillitz, Kr. Löbau vertauschte - Am 18 Juli wurde Koll. Groth durch den Herrn Dekan und Kreisschulinspektor Tietz ferlich in sein Amt eingeführt.

            Das Schulfest wurde dies Jahr wieder vor den Sommerferien gefeiert, am 23. Juli, und war von gutem Wettrer begleitet.

Die evangelische Schule marschierte voran. Der Magistrat hatte in üblicher Weise für die Musik gesorgt, ebenso einen Betrag von 20,30 M für Schülerprämien bereit gestellt.

            Die Sommerferien dauerten vom 25. Juli bis 23 August. Koll. Laskowski wurde wegen Erkrankung bis zum 5. September beurlaubt. Mittlerweile war am 2. Sept das Sedanfest gefeiert worden unter Vortrag passender Gedichte und Lieder. Hauptleherer Elvers hielt die Festrede. Auch der Herr Dekan und der Herr Bürgermeister waren bei der Feier anwesend.

Herr Kaplan Rohde mußte Ende September seine Stelle wegen Krankheit aufgeben, ihm folgte        ( 9 )  ( 10 ) Kaplan Jablonski und Mitte Oktober Kaplan Brückmann.

Nach bestandener Entlassungsprüfung am 26. September wurden 19 Schüler der I. Kl. durch den Herrn DekanTietz entlassen.

Mit demselben Tage begannen die 14 tägigen Herbstferien und dauerten bis zum 12. Oktober. Nach den Herbstferien wurde die ungeteilte Unterrichtszeit auf Verlangen der Königl. Regierung eingeführt, leider nur für das Winterhalbjahr.

Am 1. Dezember fand die übliche Viehzählung statt, an welcher sich auch einige Herren Lehrer beteiligten; dieselben hatten schulfrei.

Am 23. Dezember hielt der Herr Dekan Tietz in der hiesigen Pfarrkirche die Schülervisitation, bei welcher alle 5 Klassen anwesend waren. - Am Nachmittage desselben Tages veranstaltete der Vaterländische Frauenverein im Schützenhause die Weihnachtsbescherung. Hierbei wurden von unserer Schule 15 Knaben und 15 Mädchen beschenkt. Hieran schlossen sich die Weihnachtsferien, welche vom 24. Dezember bis 4. Januar dauerten.

Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurde am 27. Januar in unserer Schule gefeiert. Eingeleitet wurde die Feier mit einem Gebet, dann wurden abwechselnd Gedichte und Lieder vorgetragen. Die Festrede hielt Kollege Groth. Außer den Kollegen waren noch Herr Dekan Tietz und Herr Kapl. Brückmann anwesend.

Die Konferenzen des Winterhalbjahres wurden vom Herrn Dekan am 6. November u. am 21.Dezember gehalten. Bei der ersten hielt Koll. Krause eine Lektion über das „Abziehen mehrstelliger Zahlen“ (III. Kl.), bei der zweiten hielt Koll. Groth eine Lektion über die bibl. Geschichte: Erweckung des Jünglings zu Naim (V.Kl.).

            In den Tagen vom 25. - 30. Januar wurde unsere Schule von dem Herrn Dekan und Kreisschulinspektor revidiert und zwar in der Weise, daß jedenTag eine andere Klasse „herankam“.

Die Augenuntersuchungen auf Granulose nahm Herr Dr. Fick im Winterhalbjahr am 7. Dezember und.27. März vor.

Die Entlassungsprüfung veranstaltete Hr. Dekan Tietz am 20.März. Sämtliche 10 Schüler der I. Kl. konnten als „bestanden“ entlassen werden.

Die Schülerzahl betrug am Schlusse des Jahres wie folgt.

 

Klasse

Knaben

Mädchen

Summe

I

8

19

27

II

20

24

44

III

26

27

53

IV

21

25

46

V

29

27

56

Summe

104

122

226

 Nach der Entlassung gehörten noch 216 Schüler der Schule an. Der Schulbesuch betrug durchschnittlich 93,5 %. Dies bessere Ergebnis, im Vergleich zu den früheren Jahren ist wohl eine Folge der ungeteilten Unterrichtszeit.

            Die Schulsparkasse hatte in diesem Jahr 25 sparende Schüler, von diesen forderten 6 ihre Einlagen zurück Am 1. Januar betrugen die jährlichen Einlagen = 80,27 M. Die Rückzahlungen 44,50 M. Die Zinsen 13,05 M, Kassenbestand 345,98 M.

            Beurlaubt waren im Winterhalbjahr

Hauptlehrer Elvers, 6 Tage im Monat März wegen Krankheit und Tod des Vaters und

Kollege Groth ca. 8 Tage im November u. März anläßlich seiner Hochzeit und eines Sterbefalles in der Verwandtschaft,

Kollege Krause vom 29 März ab, wegen eines Scharlachfalles in seinem Wohnhause

 (Ende Schuljahr 1908/09)